Der strahlende Untergang der MS Amadeus

Heidelore Wehner und Herbert Gerlowski (jeweils außen) vom Hospiz Arche Noah danken Ralf und Esther Groh für die großzügige Spende ihres Benefiz-Konzertes „MS Amadeus“

BENEFIZKONZERT Initiatoren der Hauskonzerte Feldberg überreichen 1 000 Euro an Hospiz in Niederreifenberg / Nächste Veranstaltung am 20. Mai

OBERREIFENBERG - (mgö). „Das Schiff sank, die Stimmung stieg.“ So beschreibt ein Gast das 22. Hauskonzert Feldberg im Wohnzimmer von Familie Groh in Schmitten-Oberreifenberg. Nun mehr zum zweiten Mal, „nur um ein Vielfaches besser“, schmunzelte Hausherr Ralf Groh, spielten und sangen sich die Darsteller auf ihrer Kreuzfahrt durch vier Mozart-Opern in die Herzen der Besucher. Die turbulente, mit allen Wassern gewaschene Fahrt, Liebesbetörungen und unglücklichen Verwirrungen endete diesmal mit dem Untergang der „MS Amadeus“. Und das alles nur, weil ein falsch zugestellter Liebesbrief den Kapitän so aus der Fassung brachte, dass er sein Schiff abseits des geplanten Kurses vor einer Insel auf Grund laufen ließ.

Für die Bilder im Kopf sorgte als Gast Erzählerin Nicola Piesch, für Gänsehaut Tajana Moor-Freber (Mezzosopran), die in fünf unterschiedliche Rollen schlüpfte, und Esther Groh, die mit strahlendem Sopran durch die Höhen und Tiefen des Liebenlebens führte. Am Flügel intonierte perfekt Harald Teutenberger, der das „Orchester“ darstellte. „Opernhaftes Libretto, tolles Timbre, super Blick und alles inklusive“, beschrieb ein weiterer Gast seinen Eindruck des Benefizkonzertes zugunsten der Hospizgemeinschaft Arche Noah. Das Gäste-Logbuch war voll des Lobes, nur einer strahlte mehr, Herbert Gerlowski, Hospiz-Vorsitzender, der schon manches Hauskonzert verfolgte. Aus Eintrittsgeldern und Spenden kamen knapp 800 Euro zusammen, Esther und Ralf Groh, die Gastgeber der Kammerkonzertreihe bei Hauskonzert Feldberg ergänzten die Summe auf 1 000 Euro. „Uns hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht“, sagte Esther Groh, „auch, weil wir für eine gute Sache spielten.“

Neben der fantastischen Darbietung gab es diesmal ein aufwendiges Bühnenbild mit einem Schiffsfriedhof auf besagter Insel. Farbige Lichtvorhänge und variierende Bühnenbeleuchtung nahmen die Zuschauer mit an die jeweiligen Orte der Handlung – vom Sonnendeck bis zur Piano Bar. Mit einer – eigentlich gestrichenen – Szene vom Frühstücks-Büfett als Zugabe verabschiedeten sich die Künstler nach zwei Stunden in den Nachhall: der aufreizend zickige Streit von Fiordiligi mit einer alten Amerikanerin um den letzten Cupcake. Mit grandiosem Gelächter und begeistertem Applaus gingen die rund 50 Gäste von Deck ans frisch gerichtete Büfett in der Küche.

Das Angebot des Paares Groh, die Hospizbesucher vielleicht mit einem Bruchteil eines Konzertes zu erfreuen, kam bei Herbert Gerlowski und Geschäftsführerin Heidelore Wehner sehr gut an.

Märchenhafte Lieder mit Maria Bernius (Sopran) und Nadja Dalvit-Saminskaja (Klavier) gibt es am Samstag, 20. Mai; am 24. Juni tritt Meisterpianist Valentin Blomer auf, der 26. August steht ganz im Zeichen der Harfe mit Olja Kaiser und der 30. September ist dem Klaviertrio Zhdanov gewidmet. Weitere Informationen gibt es unter www.hauskonzert-feldberg.de.

 

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http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/der-strahlende-untergang-der-ms-amadeus_17875117.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (mgö), Foto: unbekannt