Den Klingelbeutel dabei

SPENDE Taunusklub Usingen unterstützt das Hospiz in Niederreifenberg



Die Vorsitzenden des Taunusklubs Usingen Reinhard Richter (links) und Klaus Pistor überreichen stellvertretend für ihre Wanderfreunde dem Hospiz Arche Noah ihre Spende, die Geschäftsführerin Heidelore Wehner dankend entgegenimmt.

Schecks nimmt Heidelore Wehner vom Hospiz Arche Noah in Schmitten-Niederreifenberg gerne an, besonders von Vereinen wie dem Taunusklub Usingen, die eigentlich das Geld für ihre Mitglieder nutzen könnten. Etwa für eine Ruhebank, so die Geschäftsführerin. „Ach, das ist doch eher die Aufgabe der Stadt“, wiegelt Reinhard Richter ab, zweiter Vorsitzender des Taunusklub Zweigvereins in Usingen. „Ist ja auch ein Wanderklub und kein Sitzklub“, schmunzelte daraufhin Wehner, wobei die großzügige Spende von 850 Euro dem „Sitzen“ im Hospiz zugute kommen soll. Im nächsten Jahr feiert die Hospizgemeinschaft zur Begleitung Sterbender und Schwerstkranker ihr 15-jähriges Jubiläum. Genauso alt sind die Stühle und Tische im Wintergarten, im dem die Bewohner frühstücken, zu Mittag und zu Abend essen. Den derzeit drei Rollstuhlfahrern bereiten jedoch die Stuhlbeine einige Schwierigkeiten. Darum wünscht sich das Hospiz einen stabilen Ausziehtisch und abwaschbare Stühle. Etwa 2000 Euro kostet alleine der neue Tisch. „Ihre Spende bereitet uns schon mal einen halben Tisch“, dankte Wehner herzlich allen Wanderfreunden, die an mindestens 25 Wanderungen spendeten. Meist an der Mittagsrast, „wenn alle satt waren und es ihnen gut ging“, teilte der Vorsitzende Klaus Pistor mit. Diese Aufgabe übernahm Heidemarie Wagner, zuständig für den Kulturbereich innerhalb des Taunusklubs, die immer mit dem Klingelbeutel aus Stoff um eine Spende bat. „Wir wollten was für diejenigen tun, denen es nicht so gut geht“, betonte Richter, der die Idee im November dem Vorstand unterbreitete. Mit der traditionellen Weihnachtsfeier wurde die Sammlung gestartet. Den finanziellen Grundstock lieferte die Versteigerung der weihnachtlichen Dekoration, die rund 100 Euro einbrachte. An den Wanderungen nahmen durchschnittlich zwischen 15 und 30 Wanderer teil. „In Marburg waren wir nur zehn, in Neu-Anspach mit Einkehr in die Talmühle plötzlich 33, obwohl wir hierfür nur 20 Anmeldungen hatten“, wunderten sich die Vorsitzenden, die genauso überrascht wurden wie das Gasthaus.

Aktuell hat der Usinger Taunusklub 150 Mitglieder, davon ist die Hälfte aktiv. 15 Wanderführer denken sich schöne Strecken aus, darunter beispielsweise die 16 Kilometer lange Wanderung „Wo ist Neu-Anspach?“ am 24. September. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 15 Euro. Der Durchschnitt ist 68 Jahre alt und topfit. Welches den Schluss zulässt, dass Wandern gut für die Gesundheit ist.

Im Hospiz dagegen bereiten sich die Bewohner auf ihre letzte „Wanderung“ vor. Damit der Aufenthalt in Schmitten ohne Kosten verbunden bleiben soll, muss das Hospiz monatlich 4000 bis 6000 Euro aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanzieren, da die Kranken- und Pflegekassen nur 95 Prozent der Kosten übernehmen. Nur wenn diese gedeckt sind, spart das Hospiz für neue Projekte wie Tisch und Stühle. „Vielleicht geht unser Wunsch an Weihnachten in Erfüllung?“, so Wehner, die dem Taunusklub versprochen hat, dann ein Tischbein mit dem Wanderzeichen zu zieren.

 
Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/den-klingelbeutel-dabei_18132551.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (mgö), Foto: Götz