„Dann machen wir selber einen“

GASTHAUS ROTES KREUZ Wie der Weihnachtsmarkt am einstigen „Zollstocks Bettche“ entstand / Spende für das Hospiz


Auch über den Spendenscheck der Feri AG freut sich Bettina Ruß vom Hospiz Arche Noah. Überreicht wurde er nun zum zweiten von Mal von Andreas Vondran (rechts), hier zusammen mit Silke Mc Ginley und Peter Bohländer, die als „Any Trouble“ wieder ein Benefizkonzert gegeben haben.


Der zweite traditionelle Weihnachtsmarkt am Gasthaus „Zum Roten Kreuz“ hätte romantischer nicht sein können. Ein kleiner Pfad aus Holzstegen führte die Besucher vorbei an 23 Ausstellern, die in ihren weihnachtlich dekorierten Holzbuden selbst gebastelte Handwerksartikel und manche Leckerei anboten. Der frische gefallene Schnee ließ die zahlreichen Lichterketten in den Büschen und Bäumen noch strahlender funkeln, in jeder noch so verwinkelten Ecke gab es Schönes zu entdecken.


Für friedvolle Stimmung sorgte zudem die Liveband „Any Trouble“ mit Silke Mc Ginley, Peter Bohländer und Andreas Vondran, die zugunsten des Hospizes Arche Noah in Niederreifenberg am Samstagabend wunderbare Chansons und Musicals sangen. Dabei hatten sie einen Scheck von der Feri AG in Bad Homburg in Höhe von 500 Euro. „Damit habe ich jetzt gar nicht gerechnet“, sagte Bettina Ruß, Care Fachkraft im Hospiz, bei der Übergabe dankend; sie informierte mit einem Stand über die Hospizgemeinschaft.

Eigentlich hatte „Any Trouble“ vor, auch am Sonntag für das Hospiz zu spielen, „doch wegen des starken Schneefalls steckten meine beiden Kollegen in Frankfurt fest und auch der Techniker schaffte es nicht bis zum Roten Kreuz hoch“, bedauerte Andreas Vondran. Insgesamt kamen jedoch stolze 1 000 Euro aus weiteren Spenden und Verkaufseinnahmen für das Hospiz zusammen.

Sehr zum Gefallen der Kinder besuchte auch der Nikolaus alias Stefan Bommersheim den kleinen Markt auf der Passstraße zwischen Oberreifenberg und Königstein, der seit Urzeiten im Hochtaunus genutzt wird. Die Idee, eine „Verkaufsstelle“ am Roten Kreuz zu errichten, entstand noch vor dem Jahr 1895. Damals hieß „es Zollstocks Bettche“; hier erhielten die Zugtiere Wasser und Futter, die Lenker Schnaps und Bier. Seit 1895 befindet sich das Gasthaus in Familienhand. „Mein Ur-Ur-Großvater baute das Haus“, berichtete René Dinges, der mit seinem Ehemann Björn (geborener Loos) seit 2007 die gemütliche Gaststätte betreibt. „Wir feiern gleichzeitig unser zehnjähriges Jubiläum“, fügte er noch stolz hinzu.


Die Idee, selbst einen Weihnachtsmarkt zu organisieren, entstand durch ihre Arbeit: „Durch die Gastronomie haben wir es nie geschafft, Weihnachtsmärkte zu besuchen, und so dachten wir uns, dann holen wir den Markt einfach zu uns.“ Und da der Markt an beiden Tagen von 12 bis 20 Uhr geöffnet war, blieb bei ihnen die Küche kalt. Im Gasthaus selbst erzählte die Treisbergerin Walburga Kliem wunderschöne Märchen; zudem waren Werke einer Künstlerin aus Bad Homburg ausgestellt.

 

Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/dann-machen-wir-selber-einen_18388982.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (mgö), Foto: Götz