Der Kirchenchor sucht Bässe

SPENDE Aber das Abendsingen war auch so ein Genuss / Erlös an das Hospiz Niederreifenberg übergeben


Hans Joachim Marx (links) überreicht mit Angelika Schmidt-Richard und Hans-Joachim Herrmann (beide rechts) vom Kirchenchor Schmitten 900 Euro aus den Erlösen vom Benefizkonzert in der Arnoldshainer Hattsteinhalle Nicole Ludwig und Herbert Gerlowski vom Hospiz Arche Noah.

„Das war bestimmt unser schönstes Abendsingen“, meinte Hans Joachim Marx vom Kirchenchor Schmitten zum vergangenen Benefizkonzert in der Hattsteinhalle in Arnoldshain. 43 Sängerinnen und Sänger begeisterten die rund 250 Besucher, die kräftig spendeten. „Aus den Erlösen von Essen und Trinken flossen 50 Prozent und der Inhalt des Spendenschweinchens an das Hospiz“, dankte der erste Vorsitzende Hans-Joachim Herrmann den Konzertbesuchern. Den so zusammengekommenen Spendenbetrag von stolzen 840 Euro stockte der gemischte Kirchenchor durch seine eigene Chorkasse auf 900 Euro auf.

Lange sparte das Hospiz für eine Industriewaschmaschine, die durch Spenden gekauft werden konnte, berichtete der Vorsitzende und Diakon Herbert Gerlowski bei der Spendenübergabe in Niederreifenberg. Jetzt soll auf einen zweiten Pflegesessel gespart werden, denn dieser kostet 1 500 Euro. „Der Stoff ist abwaschbar, vor allem aber hat der Sessel vier kleine Rollen, mit denen wir unsere Hospizgäste viel bequemer als in einem Rollstuhl durch die Flure befördern können“, freut sich Nicole Ludwig vom Hospiz auf den verstellbaren, mobilen Untersatz, dessen Stoffbezug-Farbe noch ausgesucht wird.

„Für uns ist jeder Cent wertvoll“, dankte Gerlowski den beiden Vorsitzenden des Kirchenchors sowie der Notenwartin Angelika Schmidt-Richard, die versprachen, im Sommer einen kostenfreien Auftritt zum Hospiz-Grillfest auf die Beine zu stellen. Auf dieses besondere Konzert freut sich Gerlowski sehr, der noch immer die wunderschönen Stimmen der Schlager und Hits vom Konzert in den Ohren hatte. „Wir könnten noch Bässe gebrauchen“, warb Hans-Joachim Herrmann für die Teilnahme am Chor, der mit 49 Aktiven besetzt ist.

Meist singen sie mit 30 bis 35 Sängerinnen und Sängern bei großen Auftritten wie in der Hattsteinhalle laden sie befreundete Musikgruppen dazu. 2015 feierte der Chor sein 25-jähriges Jubiläum, vor über 20 Jahren übernahmen sie die Patenschaft vom Leyhüttchen in Schmitten. „Wir haben schon etliche Male das Leyhäuschen gestrichen, das Dach erneuert, Sitzbänke installiert“, sagte Hans Joachim Marx über die Grillhütte oberhalb der Goethestraße mit direktem Blick gegenüber zum Wiegerfelsen. „Leider wird es immer wieder durch Randalierer zerstört“, bedauerte der zweite Vorsitzende. Über die Umpas-Mitgliedschaft kümmert sich der Chor noch immer um das Leyhüttchen, da das Abendsingen dort einst in einer lauen Sommernacht entstanden ist.

Da es aber keine direkte Zufahrt gibt und sie kilometerlange Kabel für die Technik den Berg hoch verlegen mussten, nahmen sie Abschied von diesem Platz, der früher sogar von den Hattsteiner Turnern als Sportplatz genutzt wurde. Das Abendsingen ist jedoch geblieben und das beglückt besonders die ältere Generation, die in die barrierefreie Hattsteinhalle in Arnoldshain ohne Anstrengung gelangt. Wer das Benefizkonzert verpasst hat, dennoch spenden möchte, hier die Bankverbindung der Hospizgemeinschaft Arche-Noah: Nassauische Sparkasse, Stichwort: Pflegesessel Kirchenchor, IBAN DE70 5105 0015 0270 0520 53.

 

Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/der-kirchenchor-sucht-baesse_18393803.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (mgö), Foto: Götz