Auffangen und begleiten

Hospizgemeinschaft und St. Josef-Krankenhaus kooperieren
 

Hochtaunus.

Die Vorstandsmitglieder Marianne Mitbauer und Petra Finger von der Hospiz-Gemeinschaft Arche Noah Hochtaunus und Ulrich Lange, Geschäftsführer des St. Josef - Krankenhauses Königstein, verhandelten über eine Zusammenarbeit beider Einrichtungen im Bereich der Patientenbetreuung. Als erster Schritt wurde vereinbart, dass die Hospizgemeinschaft im Foyer des St. Josef-Krankenhauses an einem Infostand Patienten und deren Angehörige über die Möglichkeiten des Hospizangebotes informiert. So können etwa ausgebildete ehrenamtliche Hospizhelfer Schwerstkranke in der Klinik oder zu Hause besuchen und auch den Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die andere Möglichkeit ist die Aufnahme in das stationäre Hospiz Arche Noah in Schmitten-Niederreifenberg. Dort werden Schwerstkranke palliativ behandelt, sie müssen keine Schmerzen erleiden und werden liebevoll umsorgt und betreut.
Ulrich Lange betonte: " Sehr wichtig ist eine frühzeitige Zusammenarbeit bei Patienten, die austherapiert sind und denen das Krankenhaus nicht mehr weiterhelfen kann. Für die Patienten und ihre Angehörigen liegt der weitere Weg wie ein finsteres Loch vor ihnen. Hier setzt die Hospizgemeinschaft mit ihren Möglichkeiten an, die Betreffenden aufzufangen und ihnen begleitend zur Seite zu stehen." Diesen Faden nahm Petra Finger, Koordinatorin für die ambulante Betreuung, auf: "Die Hospizgemeinschaft lässt Kranke und ihre Angehörigen nicht allein. Die Helfer bringen Zeit für Gespräche und Anteilnahme mit, außerdem unterstützen sie die Angehörigen in Zeiten der Trauer."
"Das Wichtigste für die Schwerstkranken sei jedoch", ergänzte Marianne Mitbauer, "die Zeit im Hospiz in Geborgenheit und in einer familiären Atmosphäre ohne Schmerzen erleben zu können." Die Arche Noah in Niederreifenberg werde als offenes Haus geführt, die Angehörigen und Freunde haben Tag und Nacht Zutritt zu den Patienten.
Man war übereinstimmend der Auffassung, die gegenseitigen Ressourcen zu nutzen und die Synergieeffekte beider Einrichtungen auszuschöpfen. "Gerade die heutige Gesundheitspolitik erfordert, dass sich jede Institution auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnt und die einzelnen Maßnahmen dort durchgeführt werden, wo die speziellen Mittel und das Fachpersonal zur Verfügung stehen," führte Ulrich Lange aus. "In geeigneten Fällen können die Ärzte in St. Josef auf das Angebot der Hospizgemeinschaft verweisen und den Kontakt herstellen."
Abschließend äußerten sich beide Seiten zufrieden über das gefundene Ergebnis, das nicht nur im Interesse der Arbeitsteilung geboten, sondern besonders im Interesse der betroffenen Patienten und ihrer Angehörigen liege. Man war sich einig, die beschlossene Kooperation so bald wie möglich mit Leben zu erfüllen.

Wer sich im Foyer des Krankenhauses St. Josef in Königstein informieren möchte, kann dies jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 15.30 bis 17.30 Uhr tun. Das Hospiztelefon ist rund um die Uhr besetzt:
Telefon 0172 / 676 88 88.



Quelle: Usinger Anzeiger vom 31.01.2006, (ua)