Gäste spendeten 675 Euro
Fritz-Günter und Hermine Künstling
 sammelten für das Hopiz 675 Euro
 bei einer Betriebsfeier zum
 Geburtstag, in der Mitte
 Pflegedienstleiterin Cornelia Ott.
 Bild: Parusel








Niederreifenberg

Die Stifterin hatte sich zu ihrem runden Geburtstag von den Arbeitskollegen eine Geldspende für das Hospiz "Arche Noah" in Niederreifenberg gewünscht. Die Kollegen sammelten einen stattlichen Betrag, den die private Spenderin jetzt in einem diskreten weißen Briefumschlag der Heimleiterin Cornelia Ott überreichte.
Hermine Künstling engagiert sich in der katholischen Frauengemeinschaft St. Laurentius in Usingen. Jedes Jahr erwirtschaften die fleißigen Frauen beim Weihnachtsbasar ein erkleckliches Sümmchen, das sie bislang für ein Projekt nach Indien spendeten. Da aber von dort keine Rückmeldungen mehr kamen, entschlossen sie sich im vergangen Jahr, das Geld der Hospizgemeinschaft zugute kommen zu lassen. Hermine Künstling, die als Angestellte in Bundesausgleichsamt arbeitet, hatte schon einmal das stationäre Hospiz mit einer Spende der Frauengemeinschaft bedacht: Kurz vor Weihnachten erschien sie mit drei Damen und einem Spendenscheck über 1500 Euro in der "Arche Noah".
Mitte Juli wurde die in Österreich aufgewachsene und mit einem Bad Homburger verheiratete Verwaltungsangestellte 60 Jahre alt und gab für ihre Kollegen im Bundesaugleichsamt eine private Party. Ihre Vorgesetzten hatten sie gefragt, was sie sich wünsche und spontan verwies sie auf eine Spende für die karitative Einrichtung in Niederreifenberg. Was dabei zusammenkam, überraschte selbst Hermine Künstling: "Genau 675 Euro - So viel hätte ich nicht erwartet", sagte sie bei der Übergabe des Geldbetrags im Hospiz und erzählte, wie sie auf die Idee gekommen sei. "Als ich 50 wurde, habe ich mir nach einer Sendung von Margarete Schreinemakers überlegt, etwas für die Deutsche Knochenmark-Stiftung zu tun. Diesmal kam mir der Gedanke mit dem Hospiz, das ich im vergangenen Jahr kennen gelernt habe".
Ihre Entscheidung fand sofort die volle Unterstützung ihres Ehemanns, der Frau Hermine zur Spendenübergabe ins Hospiz begleitet hatte. Fritz-Günter Künstling, der bis zum Ruhestand bei Heraeus in Hanau gearbeitet hatte, engagiert sich wieder verstärkt im Pfarrgemeinderat. "Damit der Ruhestand nicht ganz so ruhig ist", meint der muntere 63-Jährige verschmitzt, der sich wie seine Frau darüber freut, etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun zu können. "Man hat ja sonst alles, und hier fehlt es an manchem". Cornelia Ott, die nach ihrer Bedarfsliste neben Matratzen kürzlich ein Laptop anschaffte, das einige Hausbewohner ausdrücklich wünschten, um per Internet ihre Mails empfangen zu können, freut sich über jede materielle Zuwendung. Da für die meisten Hospiz-Gäste die Tage gezählt sind, sollen sie diese auch in ansprechender Lebensqualität verbringen. "Das Schöne an unserer Arbeit ist, dass wir es schon mal erleben, wenn sich die Leute wieder erholen", berichtet die Pflegedienstleiterin. "Und das feiern wir gemeinsam. Denn jeder Tag ist ein Geschenk".


Quelle: Usinger Anzeiger vom 10.08.2005, (jop)