Lieber spenden als schenken

Niederreifenberg

Viele haben vom Hospiz Arche Noah schon gehört, manche machen um das Thema einen Bogen: Die Begleitung von Menschen auf ihrem letzten Lebensweg, «austherapiert» und auf Schmerzmittel eingestellt, mit einer fortschreitenden Krankheit – das ist es, worum es hier geht. Umso besser, wenn Menschen sich des Themas annehmen. Hermine Künstling aus Usingen ist so ein Mensch.
Die Mitgliedschaft in der katholischen Frauengemeinschaft St. Laurentius in der Buchfinkenstadt hat sie bereits anlässlich ihres 50. Geburtstages dazu gebracht, Geld zu sammeln und die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei zu unterstützen. Zu ihrem 60. Geburtstag am 15. Juli wusste sie: «Jetzt muss es etwas anderes sein.» Da erinnerte sich Hermine Künstling an die Einrichtung «Arche Noah» in Niederreifenberg, getragen von der Hospizgemeinschaft Hochtaunus mit Sitz in Königstein. Schon im vergangenen Jahr war der Basar-Erlös des katholischen Frauenkreises vom November an das Hospiz gegangen. Diesmal sollte es wieder so sein, jedoch ausdrücklich als private Spende deklariert. Ehemann Fritz Günter stimmte dem zu, und bereits im Kreis der Kollegen im Bundesausgleichsamt Bad Homburg war die Resonanz verblüffend: «Ich war erstaunt, dass viele so denken», freute sich die Beschenkte über das Einverständnis, mit Geld als Geschenk gerade diese Einrichtung zu unterstützen. Auch im privaten Kreis hielten sich alle Gratulanten an die Vorgabe, so dass Hermine Künstling dieser Tage 675 Euro, die von den Gratulanten gespendet worden waren, übergeben konnte. Darüber freute sich Pflegedienstleiterin Cornelia Ott, der es an Einsatzmöglichkeiten für Geldspenden nicht mangelt. In diesem Jahr wurde bereits ein Laptop angeschafft für Patienten, die ihre E-Mail-Post beantworten wollen, und Spezialmatratzen, die unterschiedlich stark aufgepumpt werden können. Derzeit sind Menschen aus dem Vordertaunus, aus Frankfurt sowie aus dem Hochwald-Krankenhaus in Bad Nauheim in der Arche Noah. Es gibt fest angestellte Krankenpflegekräfte aber auch ehrenamtliche Helfer, die ins Hospiz kommen. Cornelia Ott weist darauf hin, dass im September wieder ein Lehrgang beginnt für Menschen, die nach ihrem aktiven Berufsleben bereit sind, sich zum ehrenamtlichen Hospizhelfer ausbilden zu lassen. Nähere Informationen dazu unter (0 60 82) 9 24 80.

Quelle: Taunus-Zeitung vom 11.08.2005, Jürgen Schnegelsberg