Für das Hospiz gespielt

Ein Jahr Skat geklopft und für die Miesen geblecht. Die Skatkasse der Senioren wurde jetzt geleert und der Inhalt einem guten Zweck zugeführt.  

 

Heidelore Wehner (Mitte) hat bei den Skat-Senioren einen fetten Stich gemacht: Statt gemeinsam essen zu gehen, geht die Jahreskasse der Kartenspieler an das Hospiz.


 
Freitagmittags werden in der Seniorenbegegnungsstätte im Bürgerhaus die Skatkarten geklopft. „Wir sind im Durchschnitt zwölf Spieler“, berichtete Werner Blasche, der für den Seniorenbeirat die Treffen organisiert und stets dafür sorgt, dass drei Tische mit je vier Stühlen parat stehen, wenn die elf Skatbrüder und eine Skatschwester anrücken.

„Aber wir haben noch genügend Stühle und Tische hier“, ergänzte er, und das sollte heißen, dass durchaus noch Skatfreunde willkommen sind. „Wir spielen nicht verbissen um den Sieg, wie bei einem Turnier, sondern ausschließlich zum Spaß“, erklärte Blasche weiter.

Aber kaum hatte das Skatstündchen begonnen, da konnten es einige Teilnehmer auch schon nicht mehr abwarten, die Karten zu mischen, zu geben und loszulegen. Beim jüngsten Skatnachmittag mussten sie sich allerdings doch ein wenig gedulden, denn Blasche hatte Heidelore Wehner vom Hilfsverein Usinger Land „Wir helfen“ eingeladen – allerdings nicht zum Skatspielen.

Gastgeschenk

„Ich kann gar kein Skat spielen“, verriet Heidelore Wehner der Runde auch gleich geradeheraus. Sie hatte aber immerhin zwei neue Kartensets als Gastgeschenk mitgebracht. Allerdings wusste sie auch, was auf sie zukommen würde: Dem Hilfsverein sollten zweckgebunden die Einnahmen des Skatjahres 2015 zukommen, denn auch der Kartenspaß hat seinen Preis: Mit 50 Cent pro 100 Miese werden die Verlierer zur Kasse gebeten.

„Bisher sind wir von dem Geld am Jahresende zusammen essen gegangen, so 30 bis 40 Euro fallen dann gewöhnlich für jeden ab“, erklärte Blasche. Angeregt durch Wehrheimer Skatbrüder beschloss die Runde aber, diesmal den Betrag für einen guten Zweck zu spenden.

„Wir haben jetzt in jedem Fall Grund, uns zu freuen. Wenn wir gewinnen, aber auch, wenn wir verlieren. Denn dann kommt das Geld einem guten Zweck zugute“, analysierte Skatbruder Franz Hofbauer mit Zweckoptimismus.

Bei der Suche nach einem Empfänger der Spende fiel den Skatbrüdern „Wir helfen“ ein und das Hospiz Arche Noah und damit waren auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn das Hospiz wird auch regelmäßig von „Wir helfen“ unterstützt. Und da Heidelore Wehner sowohl die Geschäftsführerin des Hospiz- als auch die Kassenführerin des Hilfsvereins ist, gibt es mit der Weiterleitung keine Probleme.

Nach Austausch einiger Informationen zog Blasche das Ass aus dem Ärmel: Aufgerundet 400 Euro hatten die Spielverlierer ihre Miesen gekostet. Das Geld kann das Hospiz sehr gut gebrauchen, ist es doch auf Spenden in jeder Größenordnung angewiesen, um seinen Bewohnern die letzten Tage so leicht wie möglich zu gestalten und das Haus in Niederreifenberg zu unterhalten.



Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Fuer-das-Hospiz-gespielt;art48706,1800859



Quelle: www.taunus-zeitung.de, Text und Foto: Frank Saltenberger