Als Dankeschön ein neues Dach verpasst

MUSKELSPENDE Handwerker-Team der Deutschen Leasing rückt zum Arbeitseinsatz im Hospiz Arche Noah in Niederreifenberg aus


Das hoch motivierte Team der deutschen Leasinggesellschaft Bad Homburg begeistert nicht nur Heidelore Wehner (rechts), die Geschäftsführerin der Hospizgemeinschaft Arche Noah.

„Das müssen sie sehen, das ist ja so toll“, drückte sich Ingrid Ollendiek, Heim- und Pflegedienstleiterin im Hospiz Arche Noah, voller Dankbarkeit aus. Anders als gewohnt herrschte in dem ansonsten ruhigen Haus rege Betriebsamkeit: Die Handwerker sind mal wieder am Zuge. Doch weit gefehlt: Nur einer unter den 13 Personen, die sich teils Ganzkörperanzüge, Gesichtsmasken und Handschuhe angezogen haben, gehört zum echten Handwerk. Es ist Dachdecker Gerd Daniel aus Niederreifenberg, der die Arbeiten an dem alten Haus leitet und überwacht. „Das machen sie aber echt gut“, lobte er das Team der Deutschen Leasing aus Bad Homburg, die mit Feuereifer das Dach dämmten, wo vor nicht allzu langer Zeit der Schnee Eingang fand.

Bezahlt wird Daniel von der Deutschen Leasing, die auch die Kosten für das Material des etwa 90 Quadratmeter großen Dachbodens übernimmt. Die „Arbeiter“ selbst brachten sich zwei Tage unentgeltlich ein. Dafür erhielten sie vom Vorstandsvorsitzenden Kai Ostermann einen Tag Sonderurlaub und einen Tag Gleitzeit, an dem sie ihre aufgelaufenen Überstunden abbauen konnten. Für die ehrenamtliche Aktion nahm sich sogar ein Mitarbeiter der Leasing Geschäftsstelle in Köln ein Zimmer in Schmitten, um im Hospiz zu helfen. Zu Hause lebt er auf einem Bauernhof und verfügt über gute handwerkliche Kenntnisse, wie auch einige Mitarbeiter aus dem Hochtaunuskreis, die ein Haus bauten oder renovierten. Und auch aus Bad Kreuznach und aus Düsseldorf reisten sie an, nur um dem Aufruf ihrer Kollegin Christine Swientek zu folgen.

Die Wehrheimerin hatte die Idee eingereicht, dem Hospiz mit „sozial-aktiven Mitarbeitern“ (SAM-Aktion) im Rahmen eines „Sozial Days“ zu helfen. Einstimmig wurde das Projekt durch das Gremium gewunken und 15 Mitarbeiter wollten helfen, wovon krankheitsbedingt 13 übrig blieben, die aber mit vollem Enthusiasmus die juckende Glaswolle samt Holzsparren und Dampfbremse unterm Dach anbrachten. Unter ihnen zwei Bereichsleiter und ein Auszubildender, die gerne mal Kugelschreiber und Krawatte gegen Hammer und Blaumann bei bester Stimmung wechselten.

Dem Ursprung der großartigen SAM-Aktion war vorausgegangen, dass die Mutter von Christine Swientek 2014 im Hospiz verstarb. „Ein Jahr später wurde ich zur Gedenkfeier eingeladen und war überrascht, dass die Mitarbeiter mich noch mit Namen kannten“, wunderte sich Swientek über die persönliche Geste. Sie fühlte sich sogleich aufgehoben und wollte etwas Gutes zurückgeben. Heidelore Wehner, Geschäftsführerin der Hospizgemeinschaft, drückte ihr gegenüber vorsichtig aus, dass das Dach unbedingt gedämmt werden müsse und dass es an einigen Stellen hineinregne und -schneie. „Als dann Transporter die Ware anlieferten, wussten wir, es ist kein Scherz“, sagte Wehner dem UA – und zeigte sich ansonsten angesichts des Fortschritts der Dämmarbeiten immer noch weitgehend sprachlos.

 

 

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Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (mg), Foto: Götz