Um der guten Sache willen



„Wie war zu Cölln es doch vordem, mit Heinzelmännchen so bequem!“,


Gedämmt: Der Social Day der Deutschen Leasing AG beschert der Arche Noah ein warmes Dach.

heißt es in einem Gedicht. Nun ist Niederreifenberg nicht Köln, und die Heinzelmännchen kamen auch nicht bei Nacht und unangemeldet, aber etwas von Heinzelmännchen-Aktivität hatte der Einsatz der 13 Deutsche-Leasing-Mitarbeiter doch.

Das begann schon mit der Anfrage: Denn wann ruft schon jemand aus heiterem Himmel an, fragt, ob es was zu tun gibt und bietet ganz umsonst seine Arbeitskraft an. Das tat die Deutsche Leasing AG (DL) und folgte damit einer Idee ihrer Mitarbeiterin Christine Swientek aus Wehrheim, die sich dem Haus verbunden fühlt, seit ihre Mutter dort aus der Welt begleitet wurde.

Die DL pflegt nach eigenen Angaben mit Social Days und guten Taten Kollegialität und Teamgeist. Eine soziale Arbeit um der guten Sache willen schweißt zusammen und motiviert, so der Hintergedanke.

Mit dem Büro hatte der Arbeitsplatz auch fast nichts zu tun, außer, dass beide gewöhnlich ein Dach haben, aber die Arche Noah bis dato nur ein ungedämmtes. Das Dach war Geschäftführerin Heidelore Wehner nämlich spontan eingefallen, als das Angebot kam. Das war nicht isoliert und sollte schon lange gemacht werden. Okay, sagte die Leasing und fand in Dachdecker Gerd Daniel einen örtlichen Fachmann und Bauleiter. Der plante den Arbeitseinsatz und besorgte auf Rechnung der DL auch das Material: Dachlatten, Mineralwolle, Dampfsperre und was man sonst an Kleinkram braucht. DL-Mitarbeiter aus allen Etagen – vom Bereichsleiter bis zum Azubi – streiften Arbeitsanzüge über, setzten Staubmasken auf, und sie kamen nicht nur aus Bad Homburg, sondern auch aus anderen Niederlassungen, und ein Kölner Heinzelmännchen war auch dabei. Zwei Tage waren eingeplant, dafür bekamen Handwerker Sonderurlaub und feierten mit Arbeit statt Freizeit angelaufene Überstunden ab.

Dabei zeigten sie handwerkliches Geschick. Dachdecker Daniel war jedenfalls mit den Büro-Menschen sehr zufrieden. Die nagelten die Latten auf, maßen und schnitten die Dämmplatten zurecht und kamen dabei ordentlich ins Schwitzen, denn das Rauf und Runter vom Hof über die schmale Ausziehleiter zum Spitzboden und zurück – dazu noch mit Material – hielt schon mächtig auf Trab. Eine Kuriosität am Rande: Auch die Oberschwester des ehemaligen Schwesternhauses kraxelte zur Nachtruhe früher die Leiter hoch, denn dort oben ist noch immer ihr kleines ausgebautes Zimmer, das heute als Archiv genutzt wird.

Die Dämmung wird der Hospizgemeinschaft als Betreiber des Hauses künftig Heizkosten sparen helfen. Das ist, neben dem ganz praktischen Vorteil, auch ein nachhaltiger Nutzen des gespendeten DL-Arbeitseinsatzes.

 

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http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Um-der-guten-Sache-willen;art48706,1982148



Quelle: www.taunus-zeitung.de, Text: (fms), Foto: Frank Saltenberger