Sprechstunde des Hospizdienstes Arche Noah im Haus St. Raphael


Dagmar Schleifring (v.l.) (Pflegedienstleitung St. Raphael), Detlev Oberhell (Leiter des Hauses St. Raphael), Diane Milke und Bettina Ruß (beide ambulanter Hospizdienst) freuen sich auf die neueste Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen.

Seit November dieses Jahres hat der ambulante Hospizdienst der Hospizgemeinschaft Arche Noah Hochtaunus eine regelmäßige Sprechstunde in den Räumen des Alten- und Pflegeheimes St. Raphael in Königstein eingerichtet. An jedem ersten Donnerstag im Monat stehen Diana Milke, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes oder ihre Kollegin Bettina Ruß interessierten Bewohnern des Hauses St. Raphael und deren Angehörigen für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Der ambulante Hospizdienst wird getragen von den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Diana Milke und Bettina Ruß, sowie deren Team aus circa 30 geschulten, ehrenamtlichen Hospizhelfern. Das Hauptanliegen des ambulanten Hospizdienstes ist es, dem betroffenen Menschen in seiner letzten Lebensphase durch eine seelisch schwere Zeit zu begleiten, ihm sein Leben bis zuletzt lebenswert zu machen und ihm ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Dienstes leisten keinerlei pflegerische Arbeiten, sondern sie besuchen schwerstkranke und sterbende Menschen, gehen auf deren persönliche Bedürfnisse ein und versuchen durch ihre Unterstützung auch, pflegende Angehörige ein wenig zu entlasten. „Oft möchten die schwerkranken Menschen ihre Angehörigen nicht noch zusätzlich mit ihren Gedanken zur Krankheit und dem Sterben belasten“, schildert Diana Milke die Bedürfnisse der Betroffenen. „Es fällt ihnen vielfach leichter, sich einer dritten Person zu öffnen und ihre Sorgen und Gedanken zu teilen.“ Um diesen Situationen gerecht werden zu können, werden die ehrenamtlichen Helfer des ambulanten Dienstes ausführlich geschult. Neben einer umfangreichen theoretischen Ausbildung absolvieren die Mitarbeiter in ihrem Ausbildungsjahr auch je ein Praktikum bei einem ambulanten Pflegedienst und in einer stationären Pflegeeinrichtung. Auch im Haus St. Raphael sind die „Azubis“ der Hospizgemeinschaft gerne gesehene Gäste in der Ausbildung. „Wir ergänzen uns ganz hervorragend“, merkt Dagmar Schleifring, Pflegedienstleiterin des Hauses St. Raphael an. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des ambulanten Hospizdienstes füllen eine Lücke, die in unserem Pflegesystem bedauerlicherweise besteht. Obwohl das Haus St. Raphael selbst auch über drei ausgebildete Palliativkräfte verfügt, ist es aufgrund der vorgegebenen Personalschlüssel leider manchmal nicht möglich, sich so viel Zeit für die betroffenen Bewohner zu nehmen, wie sie das gerne täten. Hier schließt der ambulante Hospizdienst eine Lücke, die für schwerstkranke oder auch sterbende Menschen besonders zum Tragen kommt. Gerade in dieser Lebensphase brauchen die betroffenen Menschen Zuwendung und eine Person an ihrer Seite, die ihnen Zeit schenkt, vielleicht etwas vorliest oder dem Schwerstkranken einfach nur Gesellschaft leistet.

Auch Detlev Oberhell, seit Oktober neuer Leiter des Alten- und Pflegeheimes St. Raphael, lobt die schon bestehenden Kontakte zum Hospizdienst und die Arbeit, die von den ehrenamtlichen Helfern geleistet wird. „Oft sind diese auch eine große Stütze für die Angehörigen, die während der Besuche auch einmal durchatmen können und ein bisschen Zeit für persönliche Erledigungen haben.“

Die nun regelmäßig stattfindende Sprechstunde, die auch Nicht-Angehörigen offen steht, soll dazu dienen, gedankliche Türen zu öffnen und den Menschen durch ein Gespräch Berührungsängste zu nehmen. Die Sprechstunde dient zunächst einer ersten Kontaktaufnahme, woran ein persönlicher Gesprächstermin anschließt, um die individuellen Bedürfnisse in ruhiger Atmosphäre besprechen zu können.

Ein sehr wichtiger Gesichtspunkt des ambulanten Hospizdienstes ist, dass sowohl die Sprechstunde als auch die anschließende Begleitung der betreffenden Personen kostenlos ist. Dies ist möglich, da der Hospizverein selbst durch Spenden getragen wird und seine Hospizhelfer ehrenamtlich tätig sind.

Wer sich über die Arbeit und das Angebot des ambulanten Hospizdienstes gerne informieren möchte, ist herzlich eingeladen, an der Sprechstunde teilzunehmen. Sie findet jeden 1. Donnerstag im Monat, jeweils von 15 bis 16 Uhr im Foyer des Alten- und Pflegeheims St. Raphael statt. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiterinnen der Hospizgemeinschaft Arche Noah Hochtaunus in ihrer Niederlassung in der Herzog-Adolph-Straße 2 und unter Telefon 06174/6396692 für Gespräche gerne zur Verfügung.


Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.taunus-nachrichten.de/koenigstein/aktuelles/koenigstein/sprechstunde-hospizdienstes-arche-noah-haus-st-raphael-id40495.html




Quelle: www.taunus-nachrichten.de, Text: (gs), Foto: Scholl