Was wird bleiben?

WELTBILDER (VIII) von Aurelia Spendel OP
 

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Was ist nicht alles passiert rund um den Weltjugendtag herum und mitten darin? Großartiges und Merkwürdiges, Trauriges und Fröhliches, Kleinkariertes und Weltbewegendes. Ein solches Ereignis lässt sich nicht protokollarisch korrekt abwickeln. Es ist weit und offen, bietet vieles und deshalb auch viele Reibungsflächen.

Eine davon heißt: Kann man mit dem Papst Geld verdienen? Fast sieht es so aus: Der Teller mit den Münzen ist unübersehbar. Daneben bunte Kreiden, Plastiktüten rechts und links, ein Rucksack. Ein Mensch, der konzentriert auf sein noch nicht ganz fertiges Werk schaut.

Warum hat sich dieser Mensch für seine Straßenmalkunst das Porträt des Heiligen Vaters vorgenommen? Weil er aktuell ist, ganz nah da in Köln - »Köln und der Rest der Welt«?
Weil er sich mit ihm und seiner Gestalt innerlich auseinandersetzt - er da ist für die Stadt und für den Erdkreis und damit auch für ihn, diesen Strassenmaler? Weil es bequem und geschäftsfördernd ist, Dinge aufzunehmen, die positiv bewegen - ein Papst, der freundlich und zugänglich ist? Wer weis schon genau, warum einer etwas tut.

Ein Mensch macht ein Bild. Er macht sich ein Bild. Er bietet anderen ein Bild an. Was geschieht mit dem Bild? Eines Tages wird es der Regen abgewaschen haben. Eines Tages wird die Frage beantwortet sein, ob man mit dem Papst Geld verdienen kann oder darf. Eines Tages wird unübersehbar sein, ob von den vielen Bildern des Weltjugendtages nicht doch einige dauerhafter sind als dieses und ob sie die Welt verändert haben.

Aurelia Spendel OP