Die Hoffnung kehrt wieder (Dennoch Leben III)
Die Hoffnung kehrt wieder
DENNOCH LEBEN <III> von Aurelia Spendel OP

    Wer könnte einem solchen Kinderlachen widerstehen?
    Die pure Lebensfreude sprüht aus diesen Augen. Wer         dieses Bild ansieht, bei  dem werden auf den ersten Blick     vielleicht Erinnerungen wach an verspielte Nachmittage     mitten im Matsch, an die Seligkeit des Herumtollens, an     lehmverklebte Fingerchen, die eine Höhle bauen, an         Sandburgen und an sonnenheiße Kinderfreuden.

    Auf den zweiten Blick erst wird ein anderes Bild deutlich.     Da sind Kinder, die Trümmerstücke wie ein Spielzeug in     den Händen halten, eine gerettete Schachtel auf dem     Kopf, ein Paar alte Plastiklatschen. Das ist kein Spiel um     des Spielens willen, das ist bitterer Ernst, das ist die         Zeit nach der Katastrophe.

Die Überlebenden des verheerenden Tsunami Ende Dezember 2004 räumen auf. Das geht nur, wenn alle anpacken, die anpacken können. Da wird jede Hand gebraucht und sei sie auch noch so klein. Schwerer als die äußeren Verwüstungen wiegen die inneren. Was hat er alles verloren, dieser junge? Seine Eltern, Geschwister, Verwandte, Oma und Opa, die Tante, den Schulfreund, die Spielgefährtin von nebenan? Was alles hat seine Seele überschwemmt, was sein inneres Haus bedroht? Was hat er noch in der Hand? Worauf kann er noch bauen?

Fragen über Fragen und mitten darin - ein Kinderlachen. Es geht: das Aufstehen nach der Katastrophe. Es kommt wieder: das Leben aus dem Tod.

Aurelia Spendel OP