Eine Zeit wird kommen (Weltbilder III)
Eine Zeit wird kommen
WELTBILDER (III) von Aurelia Spendel OP

    Momentaufnahme auf Londons Straßen, nahe         einer U-Bahn-Station, nach den                         Bombenanschlägen des 7. Juli. Fast alle schauen     sie nach links, ein Mann, zwei junge Frauen,         eingepackt in Silberfolie, die schützen soll.             Augen voller Angst, ein zusammengekniffener         Mund, dem kein Schrei entflieht. Links im             Vordergrund die Schulter eines Menschen,             der eine Uniform trägt. Was ist hinter diesem         Bild zu sehen?

    Ich sehe die Mütter, deren Kinder Terror             ausbrüten.

Ich sehe die Väter, die den »heiligen« Krieg gutheißen. Ich sehe die kleinen, verschwiegenen Gruppen, Schläferzellen, die nicht wirklich schlafen, sondern »Tod, Tod, Tod« denken und die mit den zerrissenen Leibern der Unschuldigen ihrer infamen Ideologie Ausdruck verleihen. So verletzlich, so zerbrechlich ist der Mensch, so schutzlos sich selber und seinesgleichen versklavt. Wer hat angefangen mit diesem Wahnsinn?

Wer hat in London die Bomben gelegt? Wer kann den Mördern das Handwerk legen? Wer hört auf mit dem Tod? Ich sehe die Mütter, die ihre Kinder zum Frieden erziehen. Ich sehe die Väter, die jedem Krieg und allem Terror konsequent eine Absage erteilen. Ich sehe den Mann, dem es nicht gleichgültig ist, wie sich unsere Welt entwickelt. Ich sehe die Frau, die sich einsetzt für alle, deren Rechte im Namen einer Religion mit Füßen getreten werden. Ich sehe die Mädchen, die einander an die Hand nehmen, damit keine von ihnen plötzlich verschwindet.

Es wird eine Zeit kommen, in der wir nicht mehr nur in die eine Richtung blicken, zurück auf das Böse, das geschehen ist. Dann schauen wir dorthin, von wo wir jene Zukunft erwarten,die von Gott her kommt, dem Freund und der Freundin des Lebens. Es wird für alle eine gute Zukunft sein.

Aurelia Spendel OP