Warnsignal auf dürrer Erde (Weltbilder V)
Warnsignal auf dürrer Erde
WELTBILDER (V) von Aurelia Spendel OP

    Ziegen. Schwarze, braune, weiße,                     gescheckte. Alle laufen sie in eine Richtung     und doch auseinander. Ein Mensch hinter der     Herde, der sie vor sich her treibt.                     Ausgetrocknetes Land. Auseinandergerissene     Erde. Was ist hinter diesem Bild zu sehen?

    Ein hübsches Muster auf dem Boden. Nett, für     sich betrachtet. Aber wenn eine (r) in der         Landwirtschaft arbeitet, dann dürfte sich         eher Bestürzung einstellen. Was für eine         Dürre! Da wächst nichts mehr.

Da ist nichts mehr zu holen für das Vieh. Und für den Menschen auch nicht. Unsere Erde entwickelt stumm ihr Eigenleben. Ziegen und Ziegenhunger interessieren sie nicht. Der Hunger der Menschen auch nicht. Sie existiert, gleichgültig, ob es Ziegen oder Menschen gibt. Gleichgültig, ob sie hungern oder aus dem Vollen schöpfen, verdursten oder schwelgen. Gleichgültig. Die Erde ist.

Stopp - auf diesem Bild ist doch noch etwas mehr zu sehen.

Wenn man genau hinschaut und gute Augen hat, ist über dem weißen oberen Tier in der Bildmitte eine weggeworfene leere Wasserflasche aus Kunststoff zu erkennen. Was macht eine leere Plastikflasche auf dieser Erde mit ihrem hübschen, mit ihrem tödlichen Muster?

Gibt es da etwa einen Zusammenhang - die leere Plastikflasche und die verdorrte Erde? Ist das Leben der Erde verschmort, weil es die Plastikflasche gibt? Ist da eine Verbindung zu sehen? Ist hinter, oder besser unter, oder noch besser: durch diese Erde mit den bunten Ziegen, die dem Leben hinterherlaufen, damit es nicht verrinnt, ein Warnsignal zu sehen? Heißt die Botschaft: Ein Plastikleben gibt es nicht? Also entscheidet euch: Erde, die grünt und blüht, oder Kunststoffflaschen, die man nicht trinken kann, wenn es ernst wird?

Was ist hinter diesem Bild zu sehen?

Aurelia Spendel OP