Der Tod ist ein schweres Thema, man schaut nicht gerne hin


Laden ein zum zweiten Usinger Pflege-Talk: Die beiden ehrenamtlichen Hospizhelferinnen Gabriele Valerius-Klahm und Ulrike Ihlefeld, Bürgermeister Steffen Wernard, Heidelore Wehner, Annett Fröhlich-Rehnert und Kathrina Distler.

 

USINGEN - (cu). Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Oktober vergangenen Jahres geht der Usinger „Pflege-Talk“ nun unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Steffen Wernard wie vorgesehen in die zweite Runde. Katharina Distler vom Sanitätshaus Schäfer und die freie Versicherungsmaklerin Annett Fröhlich-Rehnert, die den „Talk“ ins Leben gerufen haben, organisieren die nächte Veranstaltung am Donnerstag, 16. April, um 19 Uhr in der Hugenottenkirche.

Außer um die Pflegevorsorge geht es um die hospizliche und palliativmedizinische Versorgung. „Die Pflege und Betreuung schwerstkranker Menschen ist ein riesen Tabuthema. Gleichzeitig gibt es ein großes Informationsdefizit, was die Leistungen der Kranken- und Pflegekassen, die medizinische Versorgung sowie die Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten mit den damit verbundenen Kosten angeht“, sagt Annett Fröhlich-Rehnert.

Fachleute werden die Zuhörer informieren und im Anschluss Fragen beantworten. Sieben Referenten sind vor Ort. Den Anfang machen Distler und Fröhlich-Rehnert selbst, die über medizinische Hilfsmittel und die Kostenübernahme von pflegerischen und medizinischen Leistungen durch die Versicherungsträger sprechen. Dr. Robert Gärtner vom Palliativteam Hochtaunus, das eine spezialisierte, ambulante Palliativversorgung (SAPV) leistet, wird über seinen Fachbereich berichten.

Die Hospizarbeit im ehrenamtlichen ambulanten Bereich einerseits und im stationären Bereich andererseits beleuchten Helgard Kündiger (Vorsitzende vom Bad Homburger Hospiz-Dienst e. V.) und Ingrid Ollendiek (Pflegedienstleiterin Hospiz Arche Noah Niederreifenberg). Und nicht zuletzt wird ein ärztlicher Vertreter der Palliativabteilung der Hochtaunuskliniken in Bad Homburg anwesend sein sowie ein in der Palliativmedizin besonders geschulter Hausarzt aus dem Usinger Land. Der Usinger Anzeiger als Medienpartner des „Pflege-Talks“ wird die Referenten und ihre Themen im Vorfeld des Abends vorstellen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Bürgermeister Wernard, für den es ein Anliegen ist, „die Aufklärungsarbeit zur Verbesserung der Lebensumstände auf dem letzten Lebensweg zu unterstützen“.
„Wir wissen, dass die Menschen bis zuletzt zu Hause bleiben möchten“, erläutert dazu die ehrenamtliche Hospizhelferin Ulrike Ihlefeld. Im Vordergrund stehe das Bedürfnis nach Ruhe, Zuwendung und Zeit sowie einer angemessenen medizinischen Versorgung. Ungewollte Klinikeinweisungen könnten in vielen Fällen verhindert werden. Wie viel High-Tech-Medizin es aber am Ende braucht und inwieweit Sterbende unter Schmerzen, Übelkeit und Angst leiden, könne niemand voraussagen. Wenn die Symptome da sind, könne jedoch geholfen werden. Wichtig sei es in jedem Fall auch, die Angehörigen zu unterstützen und ihnen Sicherheit zu geben. Erhebungen zufolge benötigten etwa zehn Prozent der Sterbenden eine umfassende palliative Versorgung, ergänzt sie.

„Der Tod ist ein schweres Thema, man schaut nicht gerne hin“, weiß auch Heidelore Wehner vom Hospiz Arche Noah. „Wenn wir irgendwo unseren Infostand aufbauen, machen die meisten Leute einen Bogen um uns herum“, berichtet sie. Dabei – und da sind sich alle einig – helfe es Betroffenen und Angehörigen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wer sich damit auseinandersetze und über Informationen verfüge, empfinde dies als Entlastung.

Über die Versorgungsstrukturen am Lebensende, die es im Usinger Land gibt, möchte der „Pflege-Talk“ am 16. April Aufschluss geben. Die Organisatoren bitten alle Interessenten um Voranmeldung per E-Mail unter kontakt@info4g.de. Eine kurzfristige Teilnahme ohne Anmeldung ist jedoch ebenfalls möglich.

 

Den Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/usingen/der-tod-ist-ein-schweres-thema-man-schaut-nicht-gerne-hin_15093859.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (cu), Foto: Urbano