Verwehtes Lied

     Ein neuer Sommer
     nimmt dich in die Arme.
     Noch einmal rollt der Garten
     seinen Blütenteppich aus.
     Zart streichelt der Wind
     dein schwarzes Haar.

     Längst verwehte dein Lied
     über den Dächern.
     Du fühlst dich matt.
     Tropfen wie Morgentau
     an deinen Wimpern.
     Getrübt ist dein Blick.

     Dein qualvolles Lächeln
     erstickt in Finsternis.
     Und immer wieder
     dieses Aufflackern
     der Hoffung auf Heilung.
     Trügerisches Weiterleben.



Gisela Stumm