Ein Ort, „an dem man sich auch wohlfühlen kann“


SPENDE Partnerschaftskomitee Overbetuwe spendet 500 Euro an Hospiz in Niederreifenberg

USINGEN - (cju). „Jeder Euro zählt“, betonte Heidelore Wehner vom Hospiz Arche Noah in Niederreifenberg bei der Spendenübergabe im Rathaus. Wehner bekam vom Partnerschaftskomitee Overbetuwe 500 Euro überreicht. Zusammengekommen ist diese Summe beim Konzert der holländischen Freunde in der Mensa der Christian-Wirth-Schule. „Ein toller Abend, der noch mehr Besucher verdient gehabt hätte“, schwärmte Bürgermeister Steffen Wernard. Spenden sowie Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränken machten diese Zuwendung möglich.

Obgleich die Freundschaft zwischen Overbetuwe und Usingen nächstes Jahr zum 40. Geburtstag kräftig gefeiert werden soll, hatte sich das Partnerschaftskomitee dagegen entschieden, das Geld für den eigenen Zweck zu verwenden.



Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) freut sich mit Heidelore Wehner, dass diese von Hajo Moldenhauer und Jonny Schild die Summe von 500 Euro erhält.

 
Im Rahmen des Treffens erzählte Wehner auch aus dem Alltag im Hospiz, „ein Ort, an dem man sich auch wohlfühlen kann“. Die Schwestern würden alles tun, damit sich die Gäste aufgehoben fühlten. Doch da die Kasse nicht die gesamten Kosten für die Pflege übernehme, muss der Verein, der das Hospiz trägt, mindestens 7200 Euro monatlich zusammenbekommen. Pro Gast sind das 30 Euro am Tag. Acht Betten hat man zur Verfügung. Über den Schrecken, mit dem Tod ständig konfrontiert zu werden, sei sie hinweg, so Wehner weiter, die ihre Arbeit im Hospiz als logische Fortführung ihrer Karriere empfindet. Es herrsche ein gutes Miteinander und auch jene, die einen lieben Menschen auf dem letzten Weg begleiteten, fühlten sich wohl. Im Hospiz könne das Fachpersonal besser für die Gäste sorgen. Beispielsweise bei der Verabreichung von schmerzlindernden Medikamenten. „Eine Krankenschwester gibt das, was der Arzt vorgibt“, so Wehner, „wir können schauen, wie viel der Gast wirklich braucht, damit seine Schmerzen gelindert werden.“ Weniger Schmerzmittel bedeuteten zumeist auch mehr Lebensqualität, da die Mittel zumeist müde machen. Sie berichtete auch von einer bekannten Persönlichkeit, die sich anonym im Hospiz eingefunden habe. „Die Tochter hat sich den Gepflogenheiten im Haus schnell angepasst und hat diese Zeit, die sie mit ihrer Mutter noch hatte, so gut wie möglich genutzt.“ Sehr kritisch sieht sie indessen den Umstand, dass die Krankenhäuser oftmals ihre Patienten zu lange in ihrem Haus behielten und sie zu kurzfristig ins Hospiz bringen. Es sei schon vorgekommen, dass Gäste, die gerade angekommen seien, wenige Stunden später bereits gestorben seien.


Ambulantes Team

Neben dem Hospiz gibt es auch ein ambulantes Team, welches die Kranken zu Hause betreut, „denn jeder möchte ja eigentlich zu Hause bleiben, solange es geht“.

Die 500 Euro sind also gut angelegt und werden in die alltäglichen Kosten einbezogen. Wehner führt nach eigenen Angaben eine tägliche Spendenliste, anhand derer sie genau weiß, wie viel Geld noch fehlt oder ob man vielleicht sogar etwas für den nächsten Monat zurücklegen kann.

Dern Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/usingen/ein-ort-an-dem-man-sich-auch-wohlfuehlen-kann_14810153.htm



Quelle: www.usinger-anzeiger.de, Text: (), Foto: Jung