500 Sterne gequiltet und gespendet


Pflegeleiterin Ingrid Ollendiek freut sich über die schöne Dekoration und über das Geld, das dafür dem Hospiz zugute kommt. 


Niederreifenberg

Weihnachtsmänner sind zurzeit überall unterwegs und sehen sich unter ihren roten Kapuzenmänteln und den weißen Vollbärten irgendwie alle ähnlich. Wer steckt da bloß drunter, fragt man sich, und oft bleibt das Rätsel ungelöst, dafür aber die Illusion erhalten.

Im Falle des Hospizes Arche Noah ist es eine Nikoläusin, die nur Insidern bekannt ist, aber die sich so für das Haus engagiert hat, dass die Hausleitung darüber informierte. Das Engagement beruht nämlich auf einer originellen Idee. Die Handarbeit ist ein Hobby der dem Haus verbundenen Wohltäterin, und das Quilten hat es ihr besonders angetan.


Fleißarbeit

Darunter versteht man eine besondere Art, Stoffe zu vernähen und Decken, Patchworkarbeiten oder kleine Einzelstücke herzustellen. Gerade Letzteres war eine ungeheure Fleißarbeit, denn es entstanden in vier Wochen 500 Sterne und andere Tannenbaumanhänger. Diese konnten entweder für zwei Euro das Stück erworben, oder es konnte für einen Euro eine Patenschaft übernommen werden. Dann wurde der Name des Paten auf den Sternen appliziert, und der verblieb im Hospiz.

Die Quiltarbeiten kamen fantastisch an. Viele, die davon Wind bekommen hatten, machten mit oder erzählten es weiter. Auch auf Weihnachtsmärkten wurden die Arbeiten angeboten, und Eine Menge Leute beließen es nicht bei einem oder zwei Euro, sondern legten noch etwas drauf, und anderen gefiel gerade die Idee der Patenschaft.

Die Resonanz reichte über das Usinger Land hinaus und fiel im Bad Camberger und Idsteiner Raum auf fruchtbaren Boden. Allein auf dem Christkindelmarkt in Bad Camberg kamen 84 Paten zusammen, erklärte die Hospizgeschäftsführerin Heidelore Wehner. Ganz besonders freute sie sich mit der Pflegedienstleiterin Ingrid Ollendiek, dass Schülerinnen der Pflegeschule der Hochtaunuskliniken gleich 50 Patenschaften übernahmen.


Patenschaften

Auf diese Weise kamen so viele Patenschaft-Sterne und -Tannenbäume zusammen, dass damit das Treppenhaus des Hospizes geschmückt werden konnte. Dort kann sie jeder bewundern, der ein- und ausgeht, und die Schauwand ist ein besonders schöner Empfang der Besucher in der Weihnachtszeit.

Neben der Zierde und den symbolischen Patenschaften brachten die Idee und der Fleiß der anonymen Quilterin aber auch bares Geld ein: 1185 Euro kommen der Hospizarbeit, die ohne Spenden nicht zu finanzieren wäre, durch die Aktion zugute.



Dern Original-Artikel finden Sie unter:
http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/500-Sterne-gequiltet-und-gespendet;art48706,1186682



Quelle: www.taunus-zeitung.de, Text: (fms), Foto: Saltenberger