Schwerkranke in Grävenwiesbach bestens versorgt

In vielen Kommunen des Hochtaunuskreises hat sich das Netzwerk, das eigens zur Begleitung Schwerstkranker geknüpft wurde, bereits vorgestellt. Jetzt war Grävenwiesbach an der Reihe.


In der Palliativversorgung herrscht Teamwork 

„Da kommt man wegen anhaltender Rückenschmerzen zum Arzt und der stellt fest, dass man Lungenkrebs hat, der schon Metastasen an den Knochen gebildet hat.“ Ein erschreckendes Bild, das Dr. Robert Gaertner da präsentierte. Mitsamt der düsteren Prognose – der langjährige Raucher sei dem Tod geweiht – kam der Mediziner auf den Kern des abendlichen Themas zu sprechen: Was tun, wenn fest steht, dass ein Kranker keine Chancen mehr auf Heilung hat?

„Hier in Grävenwiesbach sind Sie bestens versorgt“, sagte Ingrid Ollendiek, Pflegedienstleiterin bei der Hospizgemeinschaft Arche Noah. Ihre Einschätzung teilten auch andere Mitarbeiter palliativer Einrichtungen.

Bürgermeister Roland Seel hatte Vertreter jener Institutionen eingeladen, die allesamt darauf spezialisiert sind, Menschen auf ihrem allerletzten Weg zu begleiten. Sie beschrieben den annähernd 40 Zuhörern im Bürgerhaus, wie ihr Netzwerk funktioniert.

Denn anders als vor noch wenigen Jahren und anders als in vielen Regionen Deutschlands habe sich im Hochtaunuskreis bereits ein gut funktionierendes Netz interagierender Institutionen gebildet, deren Mitarbeiter sich um die Palliativversorgung solcher Patienten kümmern.

Dr. Gaertner beispielsweise vertrat das Palliativteam Hochtaunus, das für eine spezielle ambulante Palliativversorgung (SAPV) zuständig ist. Ihr gehören feste sowie zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter an, die alle speziell geschult sind. Krankenschwester Susanne Fasold etwa blickt bereits auf mehr als ein Jahrzehnt an einschlägiger Erfahrung zurück und schilderte den Zuhörern Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag. Das erklärte Ziel sei es, den Schwerkranken die letzten Stunden, Tage oder Wochen schlicht lebenswert zu gestalten. „Da gehört auch schon mal eine Aromatherapie dazu“, sagte Fasold. Ganz wichtig: Die Mitarbeiter der SAPV stehen nicht nur Kranken, sondern auch Angehörigen bei. Das bestätigte auch Sabine Nagel, die ebenfalls in die ambulante Hospizarbeit eingebunden ist.

Raum der Ruhe

Wer zu Hause nicht versorgt werden könne, für den stünden die Hospize in Niederreifenberg und Oberursel zur Verfügung, sagte Ingrid Ollendiek. Patienten, die zuvor in der Hochtaunusklinik in Bad Homburg behandelt worden seien, wechselten oft auf die krankenhauseigene Palliativstation. Als „Raum der Ruhe“ beschrieb Pflegeberater Fridtjof Biging die Station, die neben zehn Patientenbetten zudem genügend Platz für Angehörige biete.

In Dr. Josef Schlosser haben die Grävenwiesbacher einen verlässlichen Hausarzt, der allein schon aufgrund seiner Kenntnisse um jeden einzelnen Patienten das beste Bindeglied zu den diversen Palliativ-Care-Einrichtungen darstellt. „Ich kann darauf achten, dass jeder Patient genau die Pflege und Unterstützung bekommt, die er tatsächlich wünscht“, betonte der Mediziner. Selbst dann, wenn sich jemand gänzlich unverhofft, etwa nach einem Schlaganfall, nicht mehr mitteilen könne.


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Quelle: www.taunus-zeitung.de, Text und Foto: Dorit Lohemann