Aromapflege, Kommunikation ohne viel Worte
Jeder von uns weiß wie die Kreide der Schultafel, der feuchtgewischte Hausflur und der Sommer unserer Kindertage roch. Frische Brötchen, ein nasser Hund, das Parfüm unserer Mutter wird bei uns allen eine wahre Flut von Gefühlen und Erinnerungen auslösen.
All diese Erlebnisse sind untrennbar mit einem speziellen Geruch verknüpft.

Dieses Wissen über Düfte nutzen wir Schwestern und Pfleger in der Versorgung unserer Bewohner.
Daher duftet die Arche Noah nicht nur nach frischem Kuchen und Kaffee,  sondern auch immer wieder intensiv nach Orangen, Rosen, Zedernoel und Lavendel.
Wir Pflegenden versorgen die Bewohner gerne mit gezielt eingesetzten Düften aus ätherischen Ölen. Diese setzen wir dem Waschwasser zu, verwenden sie in Massageölen oder versprühen sie im Raum.

Ätherische Öle duften aber nicht nur wunderbar, sie stimulieren unsere Psyche und beeinflussen körperliche Beschwerden positiv.
Sie unterstützen Gefühle von Geborgenheit, angenehmer Wärme, sie lindern Heimweh und Sorgen.

Aber auch in der letzten Lebenszeit angestrebte Rückschau auf das eigene nun zu Ende gehende Leben wird mit dem Einsatz der Aromen unterstützt und positiv gelenkt.
Gerade im Kontakt mit schwerstkranken und sterbenden Menschen fällt uns Pflegenden immer wieder auf wie reduziert und doch auf Feinste geschärft die Wahrnehmung dieser ist.
Kleine Berührungen, leise Musik, das einfühlsame Gespräch “bewegen” mehr, als sich der gesunde Mensch vorzustellen vermag.
Besonders in der sensiblen Sterbephase sind andere Formen der Kommunikation nicht mehr möglich oder auch zu intensiv und unangenehm störend.
Aromapflege ermöglicht uns auch in dieser Zeit noch positiven Kontakt. Sie kann aber auch unseren Bewohnern beim Loslassen, beim endgültigen Verlassen des Lebens helfen.

Quelle: Christiane Möller, Krankenschwester, Palliativ Care