Kinaesthetics in der Palliativversorgung
In der Betreuung schwer und unheilbar erkrankter Menschen gehen wir davon aus, dass jedem
Menschen bis zu seinem Lebensende daran gelegen ist, möglichst viele Aktivitäten eigenständig
durchzuführen. Es ist uns sowohl ein pflegerisches als auch ein menschliches Anliegen, die
BewohnerInnen unseres Hauses hierin zu begleiten und zu unterstützen. Der humanen und
respektvollen Behandlung von Menschen ist das Konzeptsystem von Kinaesthetics gewidmet.

Kinaesthetic bedeutet sinngemäß, das Empfinden und Wahrnehmen von Bewegungsabläufen.
Die im Hospiz Arche Noah geschulten exam. Krankenschwestern ( Grundkurs Kinaesthetic)
haben zunächst am eigenen Leibe erfahren, wo ihre Bewegungskompetenzen liegen.
Nun sind sie in der Lage, die ihnen anvertrauten BewohnerInnen in deren eigenen Bewegungen
zu unterstützen. Dies bedeutet im konkreten Einzelfall, dass wir nicht heben, ziehen und tragen, sondern gemeinsam mit den Betroffenen Bewegungsabläufe entwickeln, die die Selbstbestimmung
wahren und die vorhandenen Möglichkeiten von Bewegung und Kommunikation nutzen.
Mit einiger Erfahrung und weiterer Schulung ist dies auch möglich bei Menschen im Wachkoma
und bei Schmerzpatienten.

Sollten Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem spannenden Thema haben, stehen
wir ihnen gerne zur Verfügung. Tel: 06082/ 9248-0 oder info@hospizgemeinschaft-arche-noah.de
Sollten Sie schwerkranke Menschen in Ihrem häuslichen Umfeld versorgen und gerne vor Ort
Unterstützung und eine Schulung wünschen, so ist dies sicher möglich. Die gesetzlichen
Krankenkassen übernehmen häufig die Kosten. Sprechen Sie uns an.
Gerne nehmen wir auch sachbezogene Spenden in Empfang, um weitere KollegInnen in
Kinaesthetics zu schulen.

Zum Schluß ein kleines Beispiel aus der Praxis:
Frau W. ist zu schwach, um einen Trinkbecher an den Mund zu führen.
Ich setze mich an ihr Bett und nehme den Becher in die rechte Hand.
Nun bitte ich Frau W., Ihre Hand auf meinen rechten Arm zu legen. Fehlt ihr hierzu die
Kraft, so gehe ich mit meinem rechten Handgelenk unter ihre Hand. Nun kann sie sich festhalten.
Indem ich den Becher langsam zu ihrem Mund führe, spüre ich an der Muskelspannung, dem
Tonus, der aufgelegten Hand, ob alles so recht ist.
Gleichzeitig hat Frau W. das Gefühl, den Becher selber an den Mund zu führen.
Sie spürt meine Bewegung und kann mittels kleinster Eigenbewegungen der aufgelegten
Hand „gegensteuern“ und führen.
Sie genießt den Kaffee und ich die gemeinsame Bewegung und ihre Freude.

Probieren Sie es gleich einmal selber aus.......


Ich bewege mich, also bin ich !

Quelle: Monika Schaefer, Krankenschwester, Zertifizierte Anwenderin Kinaesthetics