Tod gehört zum Leben dazu

HOSPIZ Arche Noah feiert zehnjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür.

Was war denn hier los? Autos an Autos reihten sich auf der Hauptstraße Niederreifenbergs. Das
Hospiz Arche Noah feierte seinen zehnjährigen Geburtstag und es schien, als ob sich alle dort
verabredet hätten. Schmittens Kommunalpolitiker, Bürgermeister Marcus Kinkel, Pfarrer Christoph
Wildfang, Gemeindereferentin Sabine Noppeney und viele andere Menschen versammelten sich im
Haus, im Garten und im Hof der Hospizgemeinschaft, um das Jubiläum gemeinsam zu feiern.

Leerlauf ließ Vorsitzender Herbert Gerlowski gar nicht erst aufkommen, denn das üppige
Rahmenprogramm sprach für sich. Eröffnet wurde das Fest am Wahlsonntag mit dem Gottesdienst, musikalisch umrahmt vom Chor der Sängervereinigung Eschbach „Mix Dur".

Mit Schwung ging es mit der Jazztanzgruppe der Turn- und Sportgemeinde Niederreifenberg und
den Kindern des katholischen Kindergartens „Taunuswichtel" weiter. Hunde sind oftmals treue
Wegbegleiter gerade älterer Menschen und so durfte der Auftritt der Agility Gruppe aus
Neu-Anspach nicht fehlen. Die Damen von „Musica Reifenberg" brachten die Besucher mit ihren
Liedern im Festzelt zum Träumen, Lyrikerin Gisela Stumm mit Lesungen im Raum der Stille.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten konnten sich die Gäste Kulinarisches vom Grill oder
aus der Kuchentafel aussuchen.


Spenden für das Hospiz

Einer der Höhepunkte zum Tag der offenen Tür war die Versteigerung durch Vorstandsmitglied
Wolfgang Hülsen von vier Gemälden der Künstler Christiane Winkler aus Schmitten und Michael K. Deutschmann aus Neu-Anspach. „Es war aber so viel los, dass wir nur zu zwei Versteigerungen
gekommen sind", freute sich trotz allem Sigrun Lotz.

Wären diese Menschen am Freitagabend zur Galaveranstaltung mit den „füenf" nach Königstein
gekommen, hätte das Hospiz „volles Haus" vermelden können. Platz wäre für 500 Besucher
gewesen, „doch nur 130 kamen", sagte Gerlowski enttäuscht, „dafür war aber die Stimmung
grandios." Und die war auch am Tag der offenen Tür super.

Kinder tollten auf dem Rasen oder malten, Eltern bewunderten die farbenprächtigen Quilt-
Handarbeiten von Carmen Machner aus Idstein. Und auch Gerlowski strahlte am Nachmittag,
denn der Geschäftsführer Markus Töpfer und der Aufsichtsratvorsitzende Uwe Kraft von der
Rhein-Main-Deponie Brandholz stifteten 500 Euro zu gunsten der Hospizgemeinschaft und Walter
Liewald überreichte eine Spende vom Vereinsring Reifenberg.

Bei allem Spaß gehört aber der Tod unweigerlich zu einem Hospiz, dessen Grundgedanke es ist, Schwerstkranken und Sterbenden zu dienen. Darum informierte auch der Friedwald seine
individuelle Alternative zur konventionellen Beisetzung. „Viele Menschen haben sich heute bei uns
erkundigt, und wussten oft nicht, dass man zu Lebzeiten ein Anrecht auf einen Platz oder Baum in
einem Friedwald erwerben kann", erzählte Birgit Falkenstein.

Ob Friedhof oder -wald, Babara Krüger aus Arnoldshain genoss mit ihrer Mutter Elisabeth Seffern
sichtlich die ihnen noch verbleibende Zeit. „Seit drei Monaten ist meine Mutter hier im Hospiz
untergebracht", sagte Krüger, lächelte ihre Mutter an, in der Gewissheit, dass sie sich hier im
Schmittener Hospiz in den allerbesten Händen befindet.



Quelle: Usinger Anzeiger vom 26. Sept. 2013 Text: M. Götz