Spendenübergabe (v.l.): Uwe Kraft, Hans-Dieter Homberg, Meinhard Matern und Paul Lawatsch (Zweiter von rechts) von der Rind'schen Bürgerstiftung überreichen Herbert Gerlowski (Dritter von rechts) und Diana Milke vom Hospiz Arche Noah den beachtlichen Betrag von € 10 000. Foto:Götz

10 000 Euro für das Hospiz von der Rind'schen Bürgerstiftung

Kuratoriumsmitglieder der Rind'schen Bürgerstiftung übergaben einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro an das Hospiz Arche Noah. Die dortigen Baumaßnahmen sollen bis zum 17.November abgeschlossen sein.

Niederreifenberg - Es staubt kräftig, Stromleitungen hängen von der Decke, die Böden sind abgeklebt. Im Hospiz Arche Noah wuseln etliche Handwerker, um bis zur Eröffnung am 17. November mit den Baumaßnahmen fertig zu sein. "Das wird knapp werden", meint Diakon Herbert Gerlowski, der jedoch alle Hoffnung in die regionalen Handwerksbetriebe setzt, deren Landschaftsbauer sogar in Kauf nahmen, bis auf die Haut klatschnass zu werden, um den engenZeitplan einzuhalten. Alle sie wollen natürlich bezahlt werden, damit die Hospizgäste im November ihre neuen Zimmer beziehen können. Wie gut, dass ausgerechnet in den letzten Wochen der Baumaßnahmen die Kuratoriumsmitglieder der Rind'schen Bürgerstiftung einen Scheck in beachtlicher Höhe von 10 000 Euro vorbeibrachten. 2015 spendete die Stiftung dem Hospiz schon einmal dieselbe Summe, die für die Anschaffung von Laptops zweckgebunden war. "Heute sehen wir das nicht so eng", sagte der Stiftungsvorsitzende Hans-Dieter Homberg,"wir sehen ja, dass sie das Geld an jeder Ecke benötigen".

Im Beisein von Meinhard Matern, Kuratoriumsvorsitzender und Bürgermeister von Bad Homburg, seinem Stellvertreter und Ersten Kreisbeigeordneten Uwe Kraft, sowie dem Stiftungsratmitglied Pfarrer Paul Lawatsch führte der Vorsitzende des Hospizvereins, Herbert Gerlowski, die Herren durch den Anbau, der, wenn er fertig ist, wunderschön ausschauen wird. Das ist auch bitter nötig, denn die Hospizgäste verbringen hier ihre allerletzte Zeit. "Wir wollen es ihnen so angenehm wie nur möglich machen", sagte die stellvertretende Pflegedienstleitung Diana Milke,"wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Verweildauer nur zwölf bis 15 Tage beträgt, stimmt das schon sehr traurig". Erschreckend hat sich das Lebensalter verschoben:"Gerade in letzter Zeit haben wir sehr junge Gäste ab 18 Jahren aufgenommen, die werden aus der Mitte des Lebens gerissen". Oder wenn Kinder ihre Mutter für immer im Hospiz verabschieden müssen, trauert die ganze Belegschaft mit. So sehr, dass die Zimmer dann zwei bis drei Tage leer stehen, damit die Mitarbeiter es psychisch verarbeiten können. Leider zahlen die Pflegekassen nur bis zum Todestag. Der Leerstand wird vom Hospizverein finanziert. Und sowieso tragen die Kassen nur 95 % der Kosten. Die restlichen 5% von jedem Gast müssen ebenso durch Spenden getragen werden.

Das Hospiz vermehrt mit dem Anbau nicht seine Zimmerzahl, denn das Haus will bewusst klein bleiben, um so den Mensch sehr persönlich und herzlich versorgen zu können. Interessant dabei ist die Belegungsstatistik von 2018: 20 Prozent der Gäste kamen aus dem Frankfurter Raum.  Warum?   "Die  Angehörigen  haben  sich  bewusst  für  den  Taunus entschieden, damit sie auf der Fahrt hierher runter kommen können", sagte Herbert Gerlowski. Die letzten Stunden sind immer berührend, da hilft auch kein Geld der Welt. Bis dahin aber kann ein gewisser Betrag durchaus helfen, die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten.

Quelle: Verfasser mgö, Usinger Anzeiger