Blick auf das Hospiz vom Garten

Ein Anbau für die Arche

Die Arche Noah bekommt ein Beiboot. Weil das Hospiz baulich nicht mehr auf dem Stand der Zeit ist, muss angebaut werden. Doch zur Finanzierung des Vorhabens braucht die Hospizgemeinschaft noch reichlich Spenden und Sponsoren.

"Der Garten kommt auf das Dach", sagt Heidelore Wehner, Geschäftsführerin oder - so lautet Ihr genaue Stellenbezeichnung - Assistentin des Vorstandes der Hospizgemeinschaft Arche Noah. In dieser Funktion ist sie auch in das große Projekt der Arche involviert, das sie zusammen mit dem Vorsitzenden Herbert Gerlowski, dem Schatzmeister Walter Liewald sowie Hospizleiterin Nicole Ludwig vorstellte und das mit dem Wort "Anbau" umschrieben wird.

Wobei "Anbau" eigentlich untertrieben ist. Denn das, was nun gemacht werden soll, hat die Dimension eines Neubaus. Alle Zimmer der Bewohner - bis auf ein einziges - werden dort unterkommen. Und dabei werden sie auch weitaus geräumiger sein als im Altbau.

 

Die Hospizgemeinschaft Arche Noah ist als Trägerverein beim Betrieb der Einrichtung auf Spenden angewiesen, denn nicht alle Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

 

Betrieb nicht eingeschränkt

Der zweigeschossige Bau an der Brunhildestraße besitzt ein Kellergeschoss, das auf der tieferliegenden Hofseite als Sockelgeschoss fungiert. Dort ist auch ein Aufzugturm angebaut. Im ausgebauten Dachgeschoss arbeitet derzeit unter schrägen Decken die Verwaltung. Alles in allem ist dies für acht Bewohner ausgelegte Haus sehr beengt, nicht jedes Zimmer verfügt über Bad oder Nasszelle. Doch vor allem die Funktionaltät des alten Schwesternhauses ist nicht mehr zeitgemäß. 

Das bedeutet nicht, dass der Betrieb in irgendeiner Weise eingeschränkt ist, aber. "Die Ansprüche sind höher geworden", sagt Wehner. Familien schauten nämlich genau hin, wo sie ihre Angehörigen unterbringen, und dabei kommt es nicht nur auf die Betreuung und Versorgung, sondern auch auf die Attraktivität der Räumlichkeiten an. "Ein Zimmer mit eigenem Bad wird praktisch erwartet", sagt sie und schiebt nach: "Mit dem WLAN haben wir bisher auch so unsere Probleme".

Das Problem im Altbau sind vor allem die baulichen Voraussetzungen. Das enge Treppenhaus, die kleinen Flure und die schmalen Türen sind heute nicht mehr normgerecht und schränken die Mobilität ein. Das alles soll jetzt durch den Anbau auf den neuesten Stand gebracht werden. 

"18 Quadratmeter für ein Zimmer sind inzwischen Pflicht", nennt Liewald nur eine Zahl aus dem Heimgesetz. Breite Türen und Gänge sind die Regel, auch der neue Aufzug muss so groß sein, dass jeweils ein Bett mit Begleitperson bequem befördert werden können. Der Anbau nimmt sieben Zimmer auf, zwei verbleiben im Altbau, wobei eines als Pufferzimmer gilt, denn das Haus ist nur für den Betrieb mit acht Zimmern genehmigt.

Große Dachterasse

Dem geplanten Anbau an der Rückseite fällt allerdings ein großer Teil des Gartens zum Opfer. Für diesen Verlust werden Bewohner und Bedienstete aber reichlich entschädigt, denn, wie es Wehner formulierte, der Garten kommt ja auf das Dach. Die Geschosse des Anbaus sollen auf der Höhe des Altbau-Obergeschosses enden, wodurch eine große Dachterasse entsteht, die von beiden Gebäuden bequem erreichbar ist. Dort sollen Sitzgruppen zum Verweilen und Sonnen einladen. Ein Teil des Gartens wird erhalten bleiben, ebenso die Parkplätze im Hof. Im Obergeschoss des Altbaus finden dann zwei Büroräume, ein Besprechungzimmer, ein Schwesternzimmer sowie ein Raum für die Angehörigen Platz.

Die Planung liegt in den Händen des Architekturbüros Hofmann und Partner aus Schmitten, der Bauantrag ist gestellt, und noch im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Das Richtfest ist für September, die Fertigstellung für das Frühjahr 2019 geplant, erklärt Gerlowski den Zeitplan.

Der Betrieb des Hauses soll übrigens im Baujahr von Belastungen und Einschränkungen so weit wie möglich frei gehalten werden.

Quelle: Taunuszeitung, Text und Foto: Frank Saltenberger