Herbert Gerlowski (links) vom Hospiz Arche Noah freut sich sehr über die großzügige Spende von Reinhard Richter und seiner Frau Friederike. Foto: Götz

Großzügige Spende für Hospiz Arche Noah in Niederreifenberg

Zu seinem 70. Geburtstag am 14. Januar wünschte sich Reinhard Richter aus Usingen-Michelbach anstatt Wurstkörben von seinen Gästen lieber eine Spende zugunsten des Hospiz Arche Noah in Niederreifenberg. Dafür stellte der Zimmermeister eine riesige Spendenbox auf, die er für Spendenprojekte der Michelbacher Bürger baute und die normalerweise im Michelbacher Dorfgemeinschaftshaus steht. Da der Jubilar und seine Frau Friederike über eine große Verwandtschaft verfügen, feierte er zwei Mal; erst mit ehemaligen Arbeitskollegen, Freunden und dem Taunusklub Usingen, dann mit den Verwandten aus Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Als Richter vor zwei Jahren mit dem Usinger Seniorenbeirat das Hospiz besuchte, zeigte er sich schwer beeindruckt. "Die netten Menschen, ihr Umgang mit den Hospiz-Gästen, die freundlichen Krankenschwestern, das ist nicht selbstverständlich", lobte Richter. Wie das Leben so spielt, zog zwei Tage später eine Freundin seiner Frau ins Hospiz. "Die Idee eines Hospizes ist echt gut, hier erhalten gerade Krebspatienten eine optimale Versorgung und ich weiß, wie sich Schmerzen anfühlen", meinte Friederike Richter, die sich gut vorstellen könnte, auch im Hospiz zu wohnen, um zu sterben. "Zuhause muss der Alltag bewältigt werden, im Hospiz oder im Altenheim hat man Zeit für die Person", sagte sie weiter. Dies bestätigte der Vorsitzende Herbert Gerlowski von der Hospizgemeinschaft Arche Noah zur Begleitung Sterbender und Lebensbeistand e.V.: Er weiß, wie kräftezehrend die Pflege in den eigenen vier Wänden sein kann.

Nach der Besichtigung vor zwei Jahren schlug Reinhard Richter in seiner damaligen Funktion als Vorstand dem Taunusklub Usingen vor, für das Hospiz zu sammeln. So kamen bei den Wanderungen 800 Euro zusammen. An seinem runden Geburtstag erzählte Richter über seine Erfahrungen im Schmittener Hospiz, daraufhin spendeten alle die stolze Summe von 1.000 Euro. "Gutes tun, darüber reden. Das ist so wichtig", sagte Gerlowski, dessen Arche einer der wenigen Vereine in Deutschland ist, die sich selbst finanzieren, "jede Spende ist für uns Gold wert, ohne geht es nicht". Mit vielen kleinen und großen Spenden konnte erst der Anbau verwirklicht werden, zu dem Gerlowski das Ehepaar zu einem Rundgang einlud, denn als sie das Haus besichtigten, gab es die neuen Zimmer noch gar nicht.

Der Artikel ist im Usinger-Anzeiger am 29.1.2020 erschienen. Herr Gerlowski hat am 3.2.2020 alle Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt und ist nicht mehr Vorstandsvorsitzender des Vereins.

Quelle: https://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/grosszugige-spende-fur-hospiz-arche-noah-in-niederreifenberg_21136641#